EMDR in Olching – belastende Erinnerungen verarbeiten
Manche Erlebnisse lassen uns nicht los. Bilder, Gefühle oder Körperreaktionen tauchen immer wieder auf, obwohl das Ereignis längst vorbei ist. EMDR ist eine Methode, die dabei helfen kann, solche Erinnerungen zu verarbeiten, sodass sie ihre überwältigende Kraft verlieren.
Ich biete EMDR in meiner Praxis in Olching an, gut erreichbar aus Fürstenfeldbruck, Gröbenzell, Puchheim und dem Münchner Westen.
Was ist EMDR?
EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, auf Deutsch etwa „Desensibilisierung und Neuverarbeitung durch Augenbewegungen“. Die Methode wurde Ende der 1980er-Jahre von der amerikanischen Psychologin Francine Shapiro entwickelt.
Während Sie sich an ein belastendes Erlebnis erinnern, folgen Ihre Augen meinen Handbewegungen von links nach rechts. Alternativ arbeiten wir mit abwechselnden Berührungen (Tapping) oder Tönen. Diese sogenannte bilaterale Stimulation soll dem Gehirn helfen, die „eingefrorene“ Erinnerung neu zu verarbeiten und mit dem übrigen Erleben zu verknüpfen.
Das Ziel: Sie wissen weiterhin, was geschehen ist, aber die Erinnerung überflutet Sie nicht mehr. Viele Menschen beschreiben das als „Es ist vorbei.“
Wie gut ist EMDR untersucht?
EMDR ist eine der am besten erforschten Methoden in der Traumatherapie. Für die Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) bei Erwachsenen ist die Wirksamkeit gut belegt. Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie hat EMDR für diesen Bereich anerkannt, und die deutsche S3-Leitlinie zur PTBS empfiehlt die Methode.
EMDR wird darüber hinaus auch bei anderen Belastungen eingesetzt, etwa bei Ängsten, Trauer oder belastenden Lebensereignissen. Für diese Anwendungen ist die Studienlage weniger eindeutig. Ob EMDR für Ihr Anliegen sinnvoll ist, besprechen wir gemeinsam im Erstgespräch.
Wann kann EMDR infrage kommen?
- nach Unfällen, Gewalt oder anderen Schockerlebnissen
- bei Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)
- bei belastenden Erfahrungen aus der Kindheit
- bei Erinnerungen, die immer wieder ungewollt auftauchen
- bei belastenden Lebensereignissen wie Trennung, Verlust oder Mobbing
Mehr zum Thema Trauma finden Sie auf meiner Seite Trauma & PTBS.
Wie läuft eine EMDR-Behandlung ab?
EMDR ist eingebettet in eine strukturierte Behandlung. Wir beginnen nie direkt mit der belastenden Erinnerung.
1. Kennenlernen und Anamnese: Wir besprechen Ihre Geschichte, Ihr Anliegen und klären, ob EMDR für Sie passt.
2. Stabilisierung: Bevor wir an belastenden Erinnerungen arbeiten, stärken wir Ihre inneren Ressourcen. Sie lernen Techniken, mit denen Sie sich beruhigen und in Sicherheit bringen können. Diese Phase ist besonders wichtig und dauert so lange, wie Sie sie brauchen.
3. Verarbeitung: Wir wählen gemeinsam eine Erinnerung aus und arbeiten mit der bilateralen Stimulation. Sie bestimmen dabei das Tempo und können jederzeit unterbrechen.
4. Abschluss und Nachbesprechung: Jede Sitzung endet so, dass Sie stabil nach Hause gehen. In der nächsten Sitzung schauen wir gemeinsam, wie es Ihnen ergangen ist.
Eine Sitzung dauert bei mir 90 Minuten. Wie viele Sitzungen sinnvoll sind, ist sehr unterschiedlich und hängt von Ihrem Anliegen ab.
Wann ist EMDR nicht geeignet?
In manchen Situationen ist EMDR nicht oder nur mit besonderer Vorsicht angezeigt, zum Beispiel bei akuten psychotischen Symptomen, akuter Suizidgefahr, schweren dissoziativen Störungen oder einer sehr instabilen Lebenssituation. Auch bei Epilepsie, Augenerkrankungen oder in der Schwangerschaft klären wir vorab, ob und in welcher Form EMDR passt. Das gehört zu jedem Erstgespräch dazu.
Häufige Fragen zu EMDR
Ist EMDR eine Form von Hypnose?
Nein. Sie sind während der gesamten Sitzung wach, bei vollem Bewusstsein und behalten die Kontrolle.
Muss ich alles im Detail erzählen?
Nein. Bei EMDR ist es nicht nötig, das Erlebte ausführlich zu schildern. Das empfinden viele Menschen als Erleichterung.
Kann EMDR belastend sein?
Während der Verarbeitung können Gefühle, Bilder oder Körperempfindungen auftauchen. Auch nach der Sitzung kann die Verarbeitung noch etwas nachwirken, etwa in Träumen. Ich bereite Sie darauf vor und achte darauf, dass Sie jede Sitzung stabil verlassen.
Kann ich EMDR auch online machen?
Die Stabilisierung und viele Gespräche sind gut online möglich. Ob die Verarbeitung in Ihrem Fall auch online gelingen kann oder ob ein Termin vor Ort besser passt, besprechen wir gemeinsam. Mehr erfahren über Online-Therapie.
Was kostet eine EMDR-Sitzung?
Eine Sitzung von 90 Minuten kostet 110 €. Alle Informationen zu Kosten und Krankenkasse finden Sie unter Preise & Kosten.
Ein erster Schritt
Sie müssen nicht vorher wissen, ob EMDR die richtige Methode für Sie ist. Das finden wir gemeinsam heraus.
Akute Krise?
Wenn Sie mich nicht erreichen, wenden Sie sich bitte an den Krisendienst Bayern: 0800 655 3000 (rund um die Uhr). Im Notfall: 112.
